23. Juni 2011 5 Kommentare

Quo vadis SEO? oder: SEO nur noch für Reiche?

Onpageoptimierung bei neuen Projekten als Basis

Ich gebe es zu. In meiner Internetagentur praktizieren wir SEO. Für unsere eigenen Projekte aber auch im Auftrag unserer Kunden. Onpageoptimierung ist selbstverständlich, wenn wir neuen Projekte umsetzen. Dabei achten wir auf sinnvolle Metatags, Einsatz von Überschriftentags und auch auf Keywörter, die auf der Seite an verschiedener Stelle auftauchen. Alles das sind Basics und noch lange kein “richtiges” SEO.

Offpageoptimierung durch Beschaffung von Backlinks

Wünschen Kunden Verbesserung bei den Suchergebnissen, geht ab einer gewissen Konkurrenzdichte und Keywordschwierigkeit nichts an Backlinks vorbei. Dies teilen wir unseren Kunden mit. Natürlich fragen unsere Kunden dann: “Woher kriegen wir Backlinks?” Wir erläutern unseren Kunden die Möglichkeit, an Backlinks zu gelangen. Dabei weisen wir auf die einfachen Standardmöglichkeiten hin. Diese sind: Bookmarkverzeichnisse, Blogs, Webkataloge, bezahlte Branchenkataloge, Artikelverzeichnisse und auch Presseinformationsdienste.

Einfache, günstige SEO Maßnahmen mit Erfolgsaussichten

Unsere Kunden können Ihre Webseite selbst eintragen. Sollte Sie das nicht wollen, können Sie auch unsere Agentur damit beauftragen. Regelmäßige Eintragungen bei den benannten Möglichkeiten reichen jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Bei “schwierigen” Seiten wird es notwendig, noch weitere Backlinks zu beschaffen, welche qualitativ über diese Brot- und Butter Backlinks hinausgehen.

SEO wird unbezahlbar – für alle in der falschen Branche

Vor wenigen Tagen hatte ich einen Kundenkontakt, welcher mich zu diesem Artikel inspierierte. Der Kunde hat ein gut gehendes Versicherungsbüro in einer deutschen Großstadt. Natürlich hat er das Bedürfnis, in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Es ist auch gerechtfertigt, denn seine Kunden sind überwiegend im 50km Umkreis zu finden. Auf der Suche nach einer SEO Agentur kam er auch bei uns “vorbei”. Er schilderte mir seine Wünsche und wir begannen zu recherchieren.

Dabei ergab sich, dass es vollkommen unbezahlbar geworden ist, für kleine bzw. mittlere Unternehmen aus dieser Branche, SEO mit Ziel der ersten Suchergebnisseite zu betreiben. Die großen Player der Versicherungsbranche, entweder die Unternehmen selber oder SEOs, welche mit Affiliateprogrammen Geld verdienen möchtem haben die meisten Keywörter in Beschlag und sind auf den vorderen Plätzen zu finden. Das ist bei manchen Keywörtern eine herausragende Leistung – die aber den kleinen Unternehmer nicht interessiert.

Zu viel Aufwand für zu wenig mögliches Ergebnis – das ist für unseren Kunden das niederschmetternde Ergebnis. Selbst wenn der Kunde viel Geld in die Hand nehmen würde, dann würde es immer noch nicht reichen, um mit seinem Unternehmen auf der ersten Seite gefunden zu werden bzw. durch den Mehrertrag der Platzierung die SEO Kosten wieder hereinzuholen.

SEO ist nicht (mehr) alles

Ich  empfahl daher unserem Kunden, sich die SEO Maßnahmen zu sparen. Denn selbst mit viel Geld – die anderen haben noch mehr Geld – wird der Erfolg nur von kurzer Dauer sein und die zu erwartenden Mehrerträge sind zu gering.

Daher sollten Unternehmer aus diesen hart umkämpften Branchen überlegen, ob nicht andere Maßnahmen außer SEO mit weniger Kapitaleinsatz, mehr Rendite erzeugen können. Und da kommt es auf andere Dinge an, die auch kleinere Unternehmen erfolgreich machen können.

(Bildquelle: Fotolia)

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5 Responses to “Quo vadis SEO? oder: SEO nur noch für Reiche?”

  1. Alexander Steireif 23 Juni 2011 at 14:09 Uhr #

    Grundsätzlich sollte man sich immer (auch in der heutigen Zeit) die Frage stellen, ob es unbedingt relevant ist, primär über die Suchmaschinen gefunden zu werden. Jeder Kunde möchte immer in Google auf Seite 1 erscheinen, aber oft mals gibt es auch andere Möglichkeiten, die zum einen günstiger sind und auch mehr bringen. Sprich Online-Marketing besteht nicht nur aus SEO bzw. Suchmaschinenoptimierung. Das wird meiner Meinung nach immer stärker vergessen.

    Dennoch denke ich, dass man bei Google immer irgendwas machen kann. Wenn die Konkurrenz bei den gefragten Keywords zu groß ist, muss man eben schauen, ob man lokal etwas optimieren kann oder eben auf größere Keyword Kombinationen geht. Das dürfte auch etwas bringen, wenn natürlich auch nicht so viel wie wenn man auf das eine Hauptkeyword optimiert.

  2. Redaktion 23 Juni 2011 at 14:11 Uhr #

    @Alex Das sind die Gedanken, die ich durch diesen Kunden auch gekriegt habe. Denn in diesem Fall wäre auch “local” nicht möglich, weil tatsächlich alles relevante, inkl. Longtails, von den Big Playern belegt war.

  3. Stefan Möller 23 Juni 2011 at 15:17 Uhr #

    Vermutlich wird Google-Panda, wenn es denn so funktioniert, wie angekündigt (http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2011/05/more-guidance-on-building-high-quality.html) einiges durcheinander wirbeln, weg von reinen Content-Farmen, hin zu Qualität, aber auch dann wird die Problematik grundsätzlich bestehen bleiben. Es wird Bereiche geben, in denen ohne massiven finanziellen Einsatz nichts zu holen ist. Zumindest nicht auf Seite 1. Wobei sich das natürlich auf einen überschaubaren Themenkreis – Reisen, Versicherungen, Handyverträge, Sex und noch ein paar andere – beschränkt. Bei vielen anderen ist zumindest mit Lokalisierung und Long-tail immer noch einiges machbar.

  4. Frank 23 Juni 2011 at 16:08 Uhr #

    Schon mal Google Maps mit Google Places probiert?
    Das ist für lokale Ergebnisse oft der einzige Weg, weil Google dann definitiv nur die anzeigt, die tatsächlich vor Ort ihren Sitz haben. Falsche Ortsangaben in Google Places sind scheints abmahnfähig wegen Wettbewerbsverzerrung, hab ich in Erinnerung.

    Aber selbst ohne das kann man noch gegen die großen Player anstinken, so meine Erfahrung. Allerdings nicht immer oder nur sehr langsam.
    So hab ich einen mit wenig Backlinks trotzdem im heiß umkämpften Keywort von Platz irgendwo innerhalb der 1000 SERP-Seiten auf Seite 9 gebracht (okay, Seite 1 wäre besser). Hat lange gedauert, aber ich bin ja noch nicht fertig.

    Aber ansonsten kann ich den obigen Artikel bestätigen, ging mir auch immer öfter so, auch in eigener Sache.
    Wenn man da nicht ständig hinterher ist, überholen einen die Anderen.

  5. Tom Ruthemann 23 Juni 2011 at 17:52 Uhr #

    Manchmal muss man so ehrlich sein und den Kunden auch in der Form zu beraten, dass SEO _nicht_ das Richtige ist. Denn für uns als Dienstleister heißt gute Betreuung auch abzuraten. Es bleibt immerhin für Kunden wie den beschriebenen noch OnPage so viel zu machen, dass er vernünftig da steht – ein wenig Textarbeit im Blog o.ä. Am Ende hilft ja auch das.


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